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Eduard Mörike · Romanticismo

Bei der Marien-Bergkirche von L.

alemán

O liebste Kirche sondergleichen,
Auf deinem Berge ganz allein,
Im Wald, wo Linden zwischen Eichen
Um’s Chor den Maienschatten streun!

5Aus deinem grünen Rasen steigen
Die alten Pfeiler prächtig auf,
An Drachen, Greifen, Laubgezweigen
Reich bis zum letzten Blumenknauf.

Und Nachtigall und Kuckuck freuen
10Sich dein und ihrer Einsamkeit;
Sie kommen jährlich und erneuen
Dir deine erste Frühlingszeit.

Der Wohllaut deiner Orgeltöne
Schläft, ach, manch lieben langen Tag,
15Bis einmal sich dein Thal der Schöne
Deines Geläutes freuen mag.

Dort, wo aus gelbem Stein gewunden
Die Treppe hängt, Ein Blumenkranz,
Vertieft sich heut in Abendstunden
20Mein Sinn in ihre Zierde ganz.

Sieh! ihre leicht geschlung’nen Glieder
Verklären sich in rothes Gold!
Und horch, die Spindel auf und nieder
Gehn Melodien wunderhold!

25Musik der hundertfachen Flöte,
Die mit dem lezten Strahl verschwebt,
Und schweigt, bis sie die Morgenröthe
Des gleichen Tages neu belebt.

120E. Möricke.

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Autor
Eduard Mörike (1804–1875) · Wikidata Q63699
Título
Bei der Marien-Bergkirche von L.
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-bei-der-marien-bergkirche-von-l--eduard-morike-72a69e
Cita recomendada
Eduard Mörike, «Bei der Marien-Bergkirche von L.», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-bei-der-marien-bergkirche-von-l--eduard-morike-72a69e.html

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