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Rainer Maria Rilke · Vanguardias / s. XX

Aus dem Leben eines Heiligen

alemán

Er kannte Ängste, deren Eingang schon
wie Sterben war und nicht zu überstehen.
Sein Herz erlernte, langsam durchzugehen;
er zog es groß wie einen Sohn.

Und namenlose Nöte kannte er,
finster und ohne Morgen wie Verschläge;
und seine Seele gab er folgsam her,
da sie erwachsen war, auf daß sie läge

bei ihrem Bräutigam und Herrn; und blieb
allein zurück an einem solchen Orte,
wo das Alleinsein alles übertrieb,
und wohnte weit und wollte niemals Worte.

Aber dafür, nach Zeit und Zeit, erfuhr
er auch das Glück, sich in die eignen Hände,
damit er eine Zärtlichkeit empfände,
zu legen wie die ganze Kreatur.

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Autor
Rainer Maria Rilke (1875–1926) · Wikidata Q76483
Título
Aus dem Leben eines Heiligen
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-aus-dem-leben-eines-heiligen--rainer-maria-rilke-6d61e8
Cita recomendada
Rainer Maria Rilke, «Aus dem Leben eines Heiligen», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-aus-dem-leben-eines-heiligen--rainer-maria-rilke-6d61e8.html

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