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PoetósferaLa BibliotecaJohann Christian Günther

Johann Christian Günther · Ilustración

An seine Leonore

alemán

Hier hast du nun den dritten Schwur,
Wodurch ich Himmel und Natur
Zu Zeugen unsers Bundes setze:
Bleib treu, getrost und achte nicht,
Wenn manche Lästerzunge sticht,
Der falschen Freunde Mordgeschwätze.

Das Glücke hält uns freilich auf,
Doch laß ihm nur den faulen Lauf!
Es sucht fein langsam auszurasen.
So stark der Nord sich hören läßt,
So zärtlich wird auch bald der West
In unsre Liebesflaggen blasen.

Die Weltlust zeigt mir nichts mehr an,
Worein ich mich verlieben kann,
Als dein Gesicht und meine Bahre;
Bekomm' ich nun das erste nicht,
So lass' ich freudig Tag und Licht
Auch mitten um die besten Jahre.

Ich fühl' am besten innerlich
So manchen tiefen Herzensstich
Und bin schon ziemlich umgetrieben;
Doch will mir Gott genädig sein,
So läßt er mich nach aller Pein
Dich einmal noch und sicher lieben.

Vertrau der Vorsicht, liebster Schatz,
Sie wird uns einen Ruheplatz,
Es sei auch, wo es will, bereiten;
Alsdann belachen wir mit Lust
Aus froh- und eintrachtsvoller Brust
Die Torheit unsrer bösen Zeiten.

Besinne dich, was Schweidnitz wies:
Von innen zwar ein Paradies,
Von außen Unruh, Zank und Plagen,
Und kommt dir Roschkwitz in den Sinn,
So denk' auch dort nach Borau hin,
Wo mich dein Abschied wund geschlagen.

Sobald des Bruders Hochzeitsfest
Dich bei der Tafel lachen läßt,
So trink mein Wohlsein in Gedanken;
Und wenn dir der Verlobten Kuß
Zu stiller Reizung dienen muß,
So wisse: Günther kann nicht wanken.

Es hat mich innerlich ergetzt,
Daß Lorchen meine Lieder schätzt
Und dann und wann noch Verse fodert.
Dein Name soll auch ganz allein
Die Zierat meiner Reime sein,
In welchen unsre Liebe lodert.

Mein Engel, nimm es selbst aus dir,
Wie schwer, wie scharf und ängstlich mir
Dein drittes Abschiedsküssen falle;
Jedoch Geduld, Vernunft und Zeit
Krönt endlich die Beständigkeit
Und schenkt uns Zucker auf die Galle.

Nun gute Nacht, du treues Kind!
Es wird noch mancher saurer Wind
Mir kräftig in das Antlitz streichen;
Doch darum mache dir nicht Schmerz,
Dein Angedenken stärkt mein Herz
Und bleibt mein festes Hoffnungszeichen.

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Autor
Johann Christian Günther
Título
An seine Leonore
Lengua
alemán
Época
Ilustración
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-an-seine-leonore--johann-christian-gunther-8630cd
Cita recomendada
Johann Christian Günther, «An seine Leonore», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-an-seine-leonore--johann-christian-gunther-8630cd.html

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