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Friedrich Schiller · Romanticismo

An einen Moralisten

alemán

Was zürnst du unsrer frohen Jugendweise
Und lehrst, daß Lieben Tändeln sei?
Du starrest in des Winters Eise
Und schmälest auf den goldnen Mai.

Einst, als du noch das Nymphenvolk bekriegtest,
Ein Held des Karnevals den deutschen Wirbel flogst,
Ein Himmelreich in beiden Armen wiegtest
Und Nektarduft von Mädchenlippen sogst—

Ha Seladon! wenn damals aus den Achsen
Gewichen wär der Erde schwerer Ball,
Im Liebesknäul mit Julien verwachsen
Du hättest überhört den Fall!

O denk zurück nach deinen Rosentagen
Und lerne: die Philosophie
Schlägt um, wie unsre Pulse anders schlagen;
Zu Göttern schaffst du Menschen nie.

Wohl, wenn ins Eis des klügelnden Verstandes
Das warme Blut ein bißchen muntrer springt!
Laß den Bewohnern eines bessern Landes,
Was nie dem Sterblichen gelingt.

Zwingt doch der irdische Gefährte
Den gottgebornen Geist in Kerkermauren ein,
Er wehrt mir, daß ich Engel werde,
Ich will ihm folgen, Mensch zu sein.

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Autor
Friedrich Schiller (1759–1805) · Wikidata Q22670
Título
An einen Moralisten
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-an-einen-moralisten--friedrich-schiller-807308
Cita recomendada
Friedrich Schiller, «An einen Moralisten», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-an-einen-moralisten--friedrich-schiller-807308.html

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