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Eduard Mörike · Romanticismo

An eine Äolsharfe

alemán

Angelehnt an die Efeuwand
Dieser alten Terrasse,
Du, einer luftgebornen Muse
Geheimnisvolles Saitenspiel,
Fang an,
Fange wieder an
Deine melodische Klage!

Ihr kommet, Winde, fern herüber
Ach! von des Knaben,
Der mir so lieb war,
Frisch grünendem Hügel.
Und Frühlingsblüten unterwegs streifend,
Übersättigt mit Wohlgerüchen,
Wie süß bedrängt ihr dies Herz
Und säuselt her in die Saiten,
Angezogen von wohllautender Wehmut,
Wachsend im Zug meiner Sehnsucht
Und hinsterbend wieder.

Aber auf einmal,
Wie der Wind heftiger herstößt,
Ein holder Schrei der Harfe
Wiederholt, mir zu süßem Erschrecken,
Meiner Seele plötzliche Regung,
Und hier — die volle Rose streut, geschüttelt,
All ihre Blätter vor meine Füße.

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Autor
Eduard Mörike (1804–1875) · Wikidata Q63699
Título
An eine Äolsharfe
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-an-eine-aolsharfe--eduard-morike-897b5d
Cita recomendada
Eduard Mörike, «An eine Äolsharfe», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-an-eine-aolsharfe--eduard-morike-897b5d.html

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