Küßt, ihr Seufzer, mein Vergnügen!
Denn bei euch muß es beruhn,
Bis es wird das Schicksal fügen,
Daß es meine Lippen tun
Und zwei Seelen durch ihr Drücken
Regungsvoll zusammen schicken.
Stelle dein verhaßtes Klagen,
Das du so gar kühn getan,
(Wirst du, andre Seele, sagen)
Bei mir künftig klüger an,
Wo ich dir nicht soll beizeiten
Deinen Abschied zubereiten.
O, es sind des Himmels Triebe!
Und von oben ist's geschehn,
Daß ich dich, du Bild der Liebe,
Mir zum Abgott ausersehn,
Weil ich so gar seltnes Wesen
Kann aus deinen Augen lesen.
Deine engelholden Blicke,
Die bis in die Seele gehn,
Sind so feste Zauberstricke,
Daß du selber mußt gestehn:
Wenn ich diesen könnt' entreißen,
Müßt' ich billig Simson heißen.
Aber so die reinen Flammen,
Welche meine Brust empfind't
Und aus deinen Augen stammen,
Dir von mir beschwerlich sind,
O, so werd ich stets mit Wissen
Dir beschwerlich fallen müssen.