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Georg Reicke · Vanguardias / s. XX

Alle Rechte vorbehalten — 18

alemán

Es liegt in mir ein Hang zur Zärtlichkeit,
Ich lieb es, einen weissen Arm zu küssen,
Zu streicheln einen Strumpf, ein seidnes Kleid,

Und sitze gern zu meiner Liebsten Füssen.
Ein wenig lieb ich auch Koketterie
Und finde es noch süss, dafür zu büssen.

Und jetzt erfahr ich — all das liebt auch sie
Und zeigt es mir mit soviel Schelmerei
Und Übermut — (ich ahnt' ihn früher nie!) —

Dass, wäre mein gefangnes Herz noch frei,
Es sicher heute anfing, ihr zu schlagen.
Nun aber freu ich mich der Sklaverei,

Die sie mir auferlegt seit manchen Tagen.
Nur dünkt die Kette oft mir noch zu leicht;
Ich liesse willig mich recht weidlich plagen,

Und wär belohnt, wenn sie zum Dank vielleicht
Entgeltend überstandene Gefährden
Zum Kusse mir die duft'gen Hände reicht.

Wie küsst' ich oft sie, konnte satt nicht werden,
Es neu zu tun, wenn neckend sie zum Scherz
Sich mir entzog mit reizenden Gebärden!

Doch neu erhaschend drückt' ich sie an's Herz,
Schlang fest den Arm um sie und sah sie an —
Dann sprach sie leis — wie innig Glück und Schmerz

Mir in den Worten lag: »Du lieber Mann!«

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Dónde vive
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Expediente

Autor
Georg Reicke
Título
Alle Rechte vorbehalten — 18
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-alle-rechte-vorbehalten-18--georg-reicke-a9f0e5
Cita recomendada
Georg Reicke, «Alle Rechte vorbehalten — 18», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-alle-rechte-vorbehalten-18--georg-reicke-a9f0e5.html

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