Gestern zogen wilde Horden
durch das Dörfchen hin mit Morden,
und ein Mädchen sinnt jetzt still:
Ist der Liebste untreu worden,
weil er heut nicht kommen will?—
Draußen schrien die Dohlen.
Mädchen ging mit bleicher Wange
durch das Haus.—Sie harrte lange,
und des Nachts floh sie der Schlaf.
Und sie schlich hinaus zum Hange,
wo sie stets den Teuren traf.
Ängstlich schrien die Dohlen.
Und die Nacht war schwarz, die schwüle,
fern nur brannte eine Mühle....
Weinend wählt die matte Maid
sich gar weiches Kraut zum Pfühle
und entschlief in lauter Leid.
Schrieen noch die Dohlen?
Spät erwacht sie. Nebel grauten
rings—soweit die Augen schauten....
Weh!—Was sie ein Kraut geglaubt,
ist das Haar an ihres Trauten
blutigem, zerschelltem Haupt.—
Schrecklich schrien die Dohlen.