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Heinrich Heine · Romanticismo

Die Heimkehr XXVIII

alemán

Der bleiche, herbstliche Halbmond
Lugt aus den Wolken heraus;
Ganz einsam liegt auf dem Kirchhof
Das stille Pfarrerhaus.

Die Mutter liest in der Bibel,
Der Sohn, der starret ins Licht,
Schlaftrunken dehnt sich die ältre,
Die jüngere Tochter spricht:

Ach Gott, wie einem die Tage
Langweilig hier vergehn!
Nur wenn sie einen begraben,
Bekommen wir etwas zu sehn.

Die Mutter spricht zwischen dem Lesen:
Du irrst, es starben nur vier,
Seit man deinen Vater begraben,
Dort an der Kirchhofstür.

Die ältre Tochter gähnet:
Ich will nicht verhungern bei euch,
Ich gehe morgen zum Grafen,
Und der ist verliebt und reich.

Der Sohn bricht aus in Lachen:
Drei Jäger zechen im Stern,
Die machen Gold und lehren
Mir das Geheimnis gern.

Die Mutter wirft ihm die Bibel
Ins magere Gesicht hinein:
So willst du, Gottverfluchter,
Ein Straßenräuber sein!

Sie hören pochen ans Fenster,
Und sehn eine winkende Hand;
Der tote Vater steht draußen
Im schwarzen Predgergewand.

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Autor
Heinrich Heine (1797–1856) · Wikidata Q44403
Título
Die Heimkehr XXVIII
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Fuente
Gutenberg #3498 Buch der Lieder
Sala
La Biblioteca
Identificador
die-heimkehr-xxviii--heine
Cita recomendada
Heinrich Heine, «Die Heimkehr XXVIII», Poetósfera, poetosfera.com/p/die-heimkehr-xxviii--heine.html

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